Sich für ein Leben als Veganer zu entscheiden ist mit einschneidenden Veränderungen verbunden, die mit Vorteilen aber auch potenziellen Nachteilen einhergehen. Grundsätzlich gilt, dass Veganer im Vergleich zu Fleischessern zum einen schlanker sind und zum anderen einen niedrigeren Blutdruck sowie einen niedrigeren, sogenannten „schlechten“ Cholesterinspiegel (Lipoproteine mit geringer Dichte) aufweisen. In der Herz-Kreislauf-Gesundheit gibt es drei Hauptfaktoren, die die Entwicklung gesundheitlicher Risiken statistisch betrachtet beeinflussen. Außerdem trägt ein geringeres, Körpergewicht im Allgemeinen dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen wie z. B. Diabetes zu reduzieren. So gesehen ist Veganismus ein Synonym für einen außergewöhnlich gesunden Lebensstil.

Mangel an Nährstoffen

Die vegane Ernährung kann sich jedoch aufgründ eines Mangels an Nährstoffen, die ausschließlich in tierischen Produkten enthalten sind, negative auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Ein erfahrener und gesunder Veganer versteht es jedoch, dafür Sorge zu tragen, dass es seinem Körper an nichts fehlt – dies setzt jedoch viel Erfahrung und Kompetenz voraus. Ein weiteres, wenn auch verhältnismäßig kleines Ärgernis besteht zudem in der Tatsache, dass die Bedürfnisse von  Veganern in Restaurants und auf Partys selten berücksichtigt werden.

Wir wollen die zahlreichen Pros und Kontras des Veganer-Daseins einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen und widmen uns zunächst der Unterscheidung zwischen Veganern und Vegetariern. Strenge Veganer konsumieren unter keinen Umständen Produkte, die von Tieren stammen (inklusive Honig, wobei weniger strenge Veganer dies nicht so eng sehen). Vegetarier meiden tierische Nahrungsmittel, deren Herstellung die Tötung eines Tieres einschließt. Daher sind „Milchprodukte {Laktovegetarier) und Eier (Ovo-Vegetarier) durchaus gestattet. Nicht wenige Veganer vermeiden zudem das Tragen von aus Leder oder anderen tierischen Erzeugnissen hergestellten Produkten wie Schuhen, Kleidung oder Schmuck.

Vegane Ernährung

Eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, bedeutet gleichzeitig, dass eine größere Menge von Antioxidantien konsumiert wird.

Hierdurch wird gewährleistet, dass im Körper mehr freie Radikale neutralisiert werden. Von den freien Radikalen wird vermutet, dass sie zuindest teilweise für zahlreiche gesundheitliche Probleme verantwortlich sind, die zuvor als unvermeidliche Alterserscheinungen eingestuft wurden. Die zwei starken Antioxidantien Vitamin C und E sind neben der großen Gruppe von fettlöslichen Antioxidantien, die als Cartinoide bekannt sind, ein regelmäßiger und in großen Mengen auftretender Bestandteil der vegetarischen und veganen Ernährung. Da Veganer diese und weitere pflanzliche Nahrungsmittel, die reich an Antioxidantien sind, zu sich nehmen, verfügen sie häufig über einen ausgeprägteren Schutz vor freien Radikalen. Dies gilt insbesondere für OPCs, Anthocyanidine, Carotinoide, Lignane, Bioflavonoide und viele weitere Verbindungen, die sich in Obst, Gemüse, Kräutern, Tees und Gewürzen finden.

Veganer lieben Mandeln, besonders wegen den Nährstoffen

Da Antioxidantien im Allgemeinen nicht in tierischen Nahrungsmitteln enthalten sind, wird durch jedes verzehrte Stück Fleisch die Menge an Antioxidantien reduziert, die während einer Mahlzeit aufgenommen wird. Im Fleisch sind jedoch Nährstoffe enthalten, die von Veganern nicht mithilfe pflanzlicher Quellen substituiert werden können. Einer der für einen Veganer am schwierigsten zu erhaltenden Nährstoffe ist das Vitamin B 12 (Cobalamin), das ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. In der Natur gelangen viele Pflanzenfresser an das wertvolle Vitamin B 12, indem sie von Insekten befallene Pflanzen fressen. Andere Tiere wiederum wie beispielsweise Schafe oder Kühe decken ihren Bedarf mit der Hilfe von Mikroben, die in ihrem Pansen oder ersten Magen leben. Veganer verfügen nicht über solche Alternativen und müssen daher nach anderen Quellen für dieses Vitamin Ausschau halten, das neben anderen Prozessen im Körper sowohl für die Blutbildung als auch für die Gesundheit von Gehirn und Nervensystem einen unverzichtbaren Faktor darstellt. Veganer sind für die Aufnahme des Vitamins B 12 auf Vitaminpräparate angewiesen.

Omega-3-Fettsäuren, DHA und EPA

Ein anderes Problem stellen langkettige Omega-3-Fettsäuren dar, die in bestimmten Pflanzen enthalten sind. Auf die mit Abstand ergiebigste Quelle, frischen Kaltwasserfisch, können Veganer jedoch nicht zugreifen. Als Beispiele für tierische Produkte, die reich an der Omega-3-Fettsäure DHA sind, welche die Gesundheit des Gehirns fördert, seien hier nur Lachs, Sardinen und Makrelen genannt. Die Omega-3-Fettsäure Alpha- Linolensäure (ALA) steht Veganern in Form von Leinsamen, Rapsöl, Walnüssen, Tofu sowie weiteren Omega-3-Fettsäuren enthaltenden Sojaprodukten zur Verfügung. Der Effekt, den ALA und DHA im Körper hervorrufen, ist jedoch nicht identisch. Vielmehr hat eine kürzlich durchgeführte Studie ergeben, dass in Fisch vorkommende Omega-3- Fettsäuren eine den Darm schützende Wirkung entfalten, die von in Nüssen und Zerealien enthaltenen Omega-3-Fettsäuren nicht ausgeht. Des Weiteren gilt, dass der Körper zwar in der Lage ist, ALA in äußerst begrenztem Maße in EPA und DHA umzuwandeln, die Umkehr dieses Prozesses (von DHA zu EPA) jedoch bedeutend effizienter ist. Eine gute Nachricht ergibt sich aus der Tatsache, dass Fische über Algen mit DHA versorgt werden, und Veganer nun die Möglichkeit haben, aus Algen gewonnene DHA-Präparate zu sich zu nehmen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die im Präparat enthaltenen Omega-3-Fettsäuren tatsächlich aus Algen und nicht aus Fischöl stammen.

Die Veganer Kuh auf der Weide dir uns auch mit Nährstoffen bereichern kann.

Der Körper kann aus tierischen Lebensmitteln gewonnenes Protein bedeutend leichter absorbieren als pflanzliches. Veganer und Vegetarier sind gezwungen, dem Körper eine Vielzahl pflanzlicher Proteine zuzuführen, damit er in der Lage ist, vollständige Aminosäureketten zu formen. Dies bedeutet, dass in jeder Mahlzeit zumindest ein paar der folgenden Komponenten enthalten sein sollten: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse, Samen, Obst oder Nüsse. An ergiebigen Proteinquellen mangelt es Veganern hingegen mit fermentierten Sojaerzeugnissen wie z. B. Miso, Tempeh und Natto nicht. Vielmehr stehen zusätzlich mit Produkten wie Pasta oder Brot weitere vegane Nahrungsmittel zur Verfügung, die mit Protein angereichert wurden. Am besten für die Anreicherung von Pflanzeneiweiß eignet sich aus GVO-freiem Soja hergestelltes Sojamehl, ein Pflanzeneiweiß, das reich an der essenziellen Aminosäure Methionin ist.

Die vegane Ernährung kann zudem die Aufnahme bestimmter Nährstoffe erschweren. Ein Beispiel hierfür ist Zink, was zur Folge hat, dass Erzeugnisse, die reich an Zink sind, in größeren Mengen verzehrt werden müssen. Ähnliches gilt für die Aufnahme von Eisen, das als Pflanzenderivat stärker auf Hemmstoffe wie z.B. Phytinsäure reagiert, die in vielen Vollkornprodukten enthalten ist.

Nachteile und Probleme

Trotz einiger Nachteile und der Probleme bei der Aufnahme einiger lebenswichtiger Nährstoffe bietet der vegane Lebensstil jedoch auch zahlreiche Vorteile. Der größte Vorteil besteht in seiner Zuträglichkeit für die allgemeine körperliche Gesundheit. Da die vegane Ernährung meist wesentlich weniger Fette {insbesondere gesättigte Fette) aufweist und weitgehend aus frischem Obst und Gemüse besteht, klagen Veganer wesentlich seltener über Beschwerden aufgrund von Übergewicht oder in verarbeiteten Lebensmitteln enthaltenen, unnatürlichen Chemikalien. Ihr solltet euch jedoch vor der „Zuckerfalle“ in Acht nehmen. Schließlich handelt es sich bei Zucker um ein pflanzliches Nahrungsmittel, wenn auch ein stark behandeltes. Es kann schnell passieren, dass ihr euch an zu süße Speisen gewöhnt und der Insulinspiegel starken Schwankungen unterliegt, die viele der Vorteile dieser Ernährungsweise zunichtemachen.

Im Großen und Ganzen lässt sich festhalten, dass sich Veganer sehr häufig an einem gesunden Herzen erfreuen, was zu großen Teilen an der Reduzierung von gesättigten Fetten und Cholesterin in Verbindung mit einer veganen Ernährung liegt. Zusätzlich wird das Herz-Kreislauf- System durch pflanzliche Omega-3-Fettsäuren unterstützt.

Aufgrund der Reduzierung von gesättigten Fetten und Konservierungsstoffen haben Veganer auch nur äußerst selten mit Laktose-Problemen zu kämpfen. Die mit Ausnahme von gereinigter Molke und Milchprotein in Milchprodukten enthaltene Laktose ist schwer verdaulich. Menschen mit Laktoseintoleranz klagen nach dem Trinken von Milch bzw. dem Verzehr von Käse, Joghurt, Eiscreme oder anderen Milchprodukten häufig über Magenprobleme oder Durchfall. Von solchen Problemen sind Veganer nicht betroffen.

Ethische Erwägung oder auch Umweltgründe

Viele Menschen entscheiden sich auch aufgrund ethischer Erwägungen oder aus Umweltgründen für einen veganen Lebensstil. Das Bewusstsein, sich dafür eingesetzt zu haben, dass weniger Tiere geschlachtet und weniger Bäume gefällt werden müssen, um Platz für Weideland zu schaffen, stellt für viele einen großen Anreiz dar.

Die Hauptgründe, aus denen sich Menschen für einen veganen Lebensstil entscheiden, beruhen auf ethischen Motiven im Zusammenhang mit dem Verzehr von Fleisch, gesundheitlichen Bedenken, Ernährungsaspekten oder auch umweltpolitischen Themen wie der Betreibung von Viehzucht. Ganz gleich aus welchem Grund ihr euch für einen veganen oder vegetarischen Lebensstil entschieden habt – wenn ihr euch die Zeit nehmt und lernt, immer die richtige Wahl zu treffen und euren Körper mit allem zu versorgen, was er benötigt, dann kann sich die vegane Ernährung als eine ungemein gesunde Option erweisen.

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Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der vegane Lebensstil insbesondere für diejenigen eine echte Alternative darstellt, die besonders genau auf ihre Ernährung achten. Aber natürlich fühlen sich auch viele Menschen sehr wohl und energiegeladen, die in ihrem Alltag auf tierische Produkte zurückgreifen.

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