Gluten ist ein besonderes Protein, das in Weizen und anderen Getreidearten wie Roggen und Gerste vorkommt. Es überrascht also nicht, dass Gluten in Brot und anderen Getreideprodukten zu finden ist, doch wird es auch an eher ungewöhnlicher Stelle als Inhaltsstoff aufgeführt, so zum Beispiel in Arzneimitteln, Speiseeis, Würzmitteln, Vitaminen und sogar Produkten wie Lippenpflegestiften.

Vielen ist der weitverbreitete Gebrauch von Gluten nicht bewusst. Doch immer mehr Menschen erfahren, dass sie unter einer Glutenunverträglichkeit bzw. -allergie leiden. Der Konsum der oben genannten Produkte kann bei den Betroffenen zu zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, die von unangenehmen Verdauungs- störungen bis hin zu lebensbedrohlichen Gesundheitsproblemen reichen. Die schwerste Form ist die auch als Zöliakie bezeichnete Glutenintoleranz, unter der allein in den Vereinigten Staaten über zwei Millionen Menschen leiden. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden ganze 7 Prozent der Weltbevölkerung unter einer Glutenunverträglichkeit in unterschiedlicher Ausprägung.

Wenn also so viele Menschen Gluten nicht vertragen, warum wird es dann so häufig verwendet? Die Gründe dafür sind mannigfaltig, doch in erster Linie liegt es daran, dass Gluten aufgrund seiner elastischen, bindenden Eigenschaften eine ausgesprochen nützliche Zutat in vielen Fertigprodukten ist. In Verbindung mit Flüssigkeit sorgt Gluten auf mikroskopischer Ebene für einen Zusammenhalt der Inhaltsstoffe.

Die meisten Bäcker wissen, dass Gluten von entscheidender Bedeutung für einen perfekten elastischen Brotteig ist.

Seine bindenden Eigenschaften machen Gluten zu einem häufig verwendeten Inhaltsstoff in vorgefertigten Nahrungsmitteln, da es die Textur und Konsistenz zahlreicher Produkte verbessern kann. Ketchup, saure Sahne, Pasteten, Salatdressing, Kartoffelpuffer Bratensoße und Speiseeis sind nur ein paar der Produkte, in denen Gluten ganz unerwartet auftauchen kann. Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit müssen also über die häufig überraschenden Einsatzzwecke von Gluten Bescheid wissen. Gluten werden (insbesondere Weizengluten) aufgrund seiner bindenden Eigenschaften und seines hohen Proteingehalts in einem weiteren unerwarteten Bereich eingesetzt: Fleischersatzprodukte. Veganer und Vegetarier, die empfindlich auf Gluten reagieren, müssen daher vor dem Verzehr solcher Produkte sorgfältig die Zutatenliste auf der Packung lesen.

Die häufigsten Symptome einer Glutenintoleranz sind Verdauungsprobleme, besonders im frühen Stadium der Entwicklung dieser Störung. Nach dem Verzehr von Gluten leiden die Betroffenen unter Blähungen, Völlegefühl und sogar Durchfall. Es treten überraschenderweise jedoch auch Symptome auf, die nicht mit dem Verdauungstrakt in Verbindung stehen. Husten zum Beispiel kann ebenfalls ein Zeichen einer Glutenun- verträglichkeit sein. In schweren Fällen löst der Verzehr von Gluten eine Entzündungs- reaktion im Körper aus, die letztlich zu Gelenkschmerzen, Depression, Angstzuständen und Kopfschmerzen führen kann und bisweilen als Fibromyalgie diagnostiziert wird.

Wird Gluten weiterhin über einen längeren Zeitraum hinweg verzehrt, können sich daraus noch schwerwiegendere Gesundheitsprobleme entwickeln, darunter Blutarmut, Müdigkeit, Arthritis, Depressionen und Unterernährung. Die am stärksten ausgeprägte Form der Glutenunverträglichkeit wird als Zöliakie bezeichnet. Sie wird mithilfe eines einfachen Bluttests diagnostiziert. Selbst wenn Gluten längere Zeit gemieden wurde, kann eine einzige Ausnahme schon eine Immunreaktion im Verdauungstrakt auslösen, die zu einem mehrwöchigen Verlust der für die Aufnahme von Mikronährstoffen verantwortlichen Darminnenwand führt.

Die aus einer Glutenintoleranz oder Zöliakie resultierende Unterernährung ist besonders bei Kindern besorgniserregend, da sie häufig heftiger als Erwachsene reagieren. Als Ergebnis der mangelhaften Aufnahme von Nährstoffen entstehen im Laufe der Jahre eine Reihe von Problemen, darunter Wachstumsverzögerungen und eine schlechte allgemeine Entwicklung.

Da es keine Heilung für Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit gibt, besteht die einzige Möglichkeit darin, Gluten komplett vom Speiseplan zu streichen. Doch es gibt eine gute Nachricht für all diejenigen, die befürchten, an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden. Die meisten Betroffenen berichten bereits wenige Tage nach der Ernährungsumstellung von einer Besserung ihres Befindens. Bedenken Sie jedoch, dass der jahrelange Verzehr von Gluten unter Umständen Probleme verursacht hat, deren Auswirkungen selbst nach vielen Monaten noch zu spüren sind. Doch unangenehme Symptome wie Blähungen und Völlegefühl verschwinden häufig fast unmittelbar nach der Eliminierung von Gluten!

Eine glutenfreie Ernährung enthält also weder Weizen, Roggen, Gerste noch andere glutenhaltige Lebensmittel.

Auch muss auf viele Fertigprodukte wie Bratensoße, Vanillesoße, Suppen, Wursthüllen und Soßen, die entweder mit Mehl oder Gluten eingedickt wurden, verzichtet werden. Beachtet bitte, dass ein auf der Verpackung als weizenfrei deklariertes Produkt nicht zwangs- läufig auch glutenfrei sein muss. Gluten kann in kompliziert klingenden Inhaltsstoffen enthalten sein, wie beispielsweise hydrolysiertem pflanzlichem Eiweiß.

Eine glutenfreie Diät bedeutet aber nicht, dass man völlig auf Brot, Nudeln oder Zerealien verzichten muss.

Es gibt viele Getreidesorten, die kein Gluten enthalten, darunter Reis, Buchweizen, Hirse, Amaranth, Quinoa,Teff oder Hafer. Hafer enthält zwar eine bestimmte Form von Gluten, auf das die meisten Betroffenen jedoch nicht reagieren.

Gluten, Fibromyalgie ,Glutenunverträglichkeit

Alle Bohnensorten sind glutenfrei. Zudem sind im Handel einige glutenfreie Produkte wie Brot und Nudeln erhältlich. Der steigende Bekanntheitsgrad der Glutenintoleranz trägt dazu bei, dass es immer mehr glutenfreie Versionen vieler Lebensmittel gibt: Ob glutenfreier Brotteig oder glutenfreies Bier, die Liste wird immer länger.

Am sichersten und einfachsten lässt sich Gluten vermeiden, indem ihr eure Mahlzeiten aus frischen und unverarbeiteten Zutaten selbst zubereitet. Wenn ihr essen geht, könnt ihr nach einer glutenfreien Speisekarte fragen; viele Restaurants bieten diesen Service mittlerweile an. Andernfalls könnt ihr einfach fragen: „Ist dieses Gericht mit Mehl zubereitet worden?“ Viele Restaurants verwenden Mehl für Kartoffelbrei, Soßen und andere Speisen.

Seid bitte vorsichtig bei Würzmitteln, vor allem Sojasoße. Fast alle Obst- und Gemüsesorten sind von Natur aus glutenfrei, ebenso wie mageres Fleisch, Huhn und Fisch.  Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit stehen also mehr als genug Möglichkeiten offen, um sich mitleckeren Mehlspeisen wie beispielsweise frischem Brot oder köstlichen Nudelgerichten zu verwöhnen. Aber es erfordert schon einen gewissen Aufwand, um sich in unserer modernen Zeit glutenfrei zu ernähren. Wichtig ist, sich gründlich über Inhaltsstoffe und Zubereitungsmethoden zu informieren.

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